Schweigeexerzitien und Träume
- 10. Aug.
- 2 Min. Lesezeit
Im Juli war ich im Rahmen meiner Ausbildung zur geistlichen Begleitung auf 5 Tage Schweigeexerzitien in der Gruppe, die ich ja nun schon seit einem Jahr kenne.
Wir machen die Ausbildung gemeinsam und sehen uns ungefähr einmal im Monat über ein Wochenende.
Diesmal mehrere Tage und schweigend.
Das war eine wunderbare Zeit!
Ja das war es echt.
Ich habe bis heute gebraucht, um endlich mal darüber zu berichten, weil es mich tief bewegt hat.
Was war los?
Nix war los.
Die Exerzitien laufen so ab, dass die Uhr mit der Meditaitonszeit und dem meditativen Gehen den kompletten Tag durchläuft. Zu den Meditationszeiten ist die Tür des Meditationsraumes geschlossen, bei den Geh-Zeiten wird sie und alle Fenster geöffnet. Frische Luft durchströmt den Raum und man kann rein oder raus gehen - wie es eben gerade für einen passt.
Alles immer im Schweigen - auch bei den Mahlzeiten.
Das tut echt mal gut!
Aufmerksam und achtsam im Umgang mit den anderen ist man dann irgendwie umso mehr. Wir haben auch viel gelacht und es gab schöne Situationen, in denen sich das wortlose Verständnis ausbreitete.
Feste Zeiten am Tag haben die Gruppe dann immer wieder zusammen gebracht in den Raum und es gab die Möglichkeit für Einzelgespräche mit der Kursleiterin oder dem Kursleiter.
Ansonsten eben - spazieren gehen, sitzen und meditieren - kein Handy, kein Buch, kein Reden. Keine Ablenkung und immer auf mich selbst und die Umwelt, die einladende Natur der schönen Landschaft, im Kontakt mit mir und den eigenen tiefen Bedürfnissen oder mal mal müde, mal ausgeruht, Yoga auf dem Balkon oder eine kleine Wanderung auf den Nachbarberg.
Die Verbindung zu meinen Lieben in ihrem jeweiligen Zuhause ist ja trotzdem da - ich spüre ja, wie es ihnen geht und umgekehrt.
Die Nächte waren bei mir sehr bunt voller Träume und ich konnte tatsächlich noch alte Erlebnisse klären in mir.
Dazu sind diese vielen Stunden und Tage Schweigen ohne Ablenkung sehr gut.
Und das Gespräch mit dem Kursleiter, das ich zweimal in Anspruch nahm. Zwischendurch doch mal in den Austausch zu gehen und zu hören, was er aus Erfahrung der Exerzitienleitung dazu sagt, tat gut, um nicht komplett im Grübeln zu verfallen. Dazu waren ja auch die Meditationen - nicht grübeln, sondern präsent sein.
Im Atem, im Sitzen, im Jetzt.
Und ich kam ohne Autoradio in völliger Entspannung ruhig nach Hause - wie wenn ich viel länger weg gewesen wäre - dabei war ich gar nicht weg, sondern in mir zuhause!

