Morgendliches Staunen eröffnet meinen Tag

Als es heller wurde, erkannte ich am Licht, dass da ein wärmendes gelbliches Scheinen dabei war. Die Sonne war also gerade dabei über den Horizont zu klettern und ihre Strahlen schickten schon warmgelbes Licht voraus.


Wenn ich dann morgens wie heute das Atielierfenster öffne und die kalte Luft im Gesicht spüre, um den Himmel zu betrachten, staune ich über diesen Wechsel der Farben:

Das kalte nicht mehr ganz dunkle Blau wird abgelöst vom gelben Leuchten. Der Verlauf von einer zur anderen Farbe wirkt so harmonisch, dass ich ruhig bin und staune.

Diese kühle Luft einatmen, die verbrauchten Träume der Nacht ausatmen - dann erst mit der Arbeit beginnen.

Das Denken ist freier möglich für mich, wenn ich erst nach draußen blicke oder gar draußen unterwegs bin - egal wie das Wetter ist - und dann danach am Schreibtisch Platz nehme.


Navid Kermani schreibt in seinem neuen Buch "Jeder soll von dort, wo er ist, einen Schritt näher kommen" vom Entstehen der Religionen: "Die Religionen sind entstanden, wo Menschen sich in der Natur umgeschaut haben..." (DIE ZEIT Nr.4, 2022 Feuilleton). Ja, das kann ich nachempfinden - hier spüre ich die Größe und Unendlichkeit, wenn ich mir dieses Farbenspiel ansehe und die frische Luft einsauge.


Mit einer morgendlichen Meditation, die mich auf dieses stille Betrachten lenkt, kann ich dankbar aufwachen. Das gibt mir Inspiration und Energie, in den Tag mit all den Aufgaben zu starten.