Wenn man Zeichnungen hat

Manche Zeichnung hebe ich auf. Manche Zeichnung finde ich wieder.

Und besonders freue ich mich, wenn ich Zeichnungen von meinem Vater finde.

Seine lockere Art, die Linien erstaunlich gerade oder schwungvoll gebogen zu platzieren, erstaunt mich immer wieder beim Betrachten alter Zeichnungen.

Manche der Blätter sind älter als ich und mich freut, dass sie noch existieren.

Ich weiß, so wie er damit umgegangen ist, bis zu dem Zeitpunkt, dass ich sie finde, so sind die Zeichnungen zwar ein Dokument einer Zeit, aber auch nicht mehr.

Ich weiß, so habe ich es von ihm schon als Kind gelernt, das Sehen war das Wesentliche in der Zeit des Zeichnens.

Dass dabei auch Blätter voller Linien entstehen, die man unter Umständen auch aufheben kann, war nie sein Ziel. Und so ist es auch für mich geblieben.

Nett, die Zeichnung zu sehen, mich an den Moment und den Ort zu erinnern - besonders schön ist dabei aber, dass ich das Gefühl wieder spüre, wie es war, da zu sitzen oder zu stehen und zu zeichnen. Das hat sich einprägt und bleibt.

Und selbst, wenn ich diese beiden Blätter nicht selbst gezeichnet habe, merke ich beim Betrachten doch, dass es seine Zeit gedauert haben muss, diese Details gesehen und gezeichnet zu haben. Dann lasse ich mich ein auf diese Zeichnungen und sie wirken auf mich beruhigend schön.