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Alles zu seiner Zeit

Morgens radle ich immer wieder meine 10km zu einem sehr schönen Bürojob, den ich in Teilzeit habe und freue mich auf die Aufgaben.

Es ist früh und zur Zeit noch nicht ganz hell. Mein Dynamo darf Licht senden und ich staune derweil, wer noch so mit dem Rad unterwegs ist.

Hundebesitzer, Schulkinder und andere, denen der Regen und Nebel auch nichts auszumachen scheinen. Mit großen Taschen wie ich radeln sie dick verpackt an mir vorbei.

Ich betrachte den Nebel über den Feldern und welche Berge zu sehen sind. Manchmal verhüllen Wolken alle Berge, dann wieder scheint das Sonnenlicht durch Wolkenlücken hinter den Gipfeln aufzugehen.

Es ist so eine kurze Zeit, zwischen Finsternis und Licht.

Und die Sonne scheint scheu hochzuklettern hinter den Bergen am Horizont.


Neulich auf der Hochries im Oktober Seminar, war es erst warm und sonnig, dann windig und herbstlich, dann eisig und der Schnee blieb liegen. Jeder Tag eine andere Jahreszeit, so wirkte der Himmel da oben.


Die Zeit im November ist mit Feiertagen zum Thema Tod und Vergänglichkeit.

Der Tod gehört zum Leben, heißt es. Welche Befreiung kann ich erleben, wenn ich etwas lasse, hinter mir lasse, los lasse! - oder sollte ich ein ? setzen?


Ich merke, es gibt schon ein bisschen Wehmut, wenn die Sonne jetzt so früh am Tag verschwindet und der Sommer wirklich absolut vorbei ist. Andererseits bin ich eine, die sehr gern auch zuhause und in der Werkstatt ist. Ich kann Tage lang das Haus mal nicht verlassen, Tag und Nacht verschwimmen lassen und meinen Werktisch nutzen. Oder malen und ganz in mir versunken sein. Alles zu seiner Zeit - so kommt nun die Zeit, des innen leben. Das Innenleben kehrt zurück.

Ich zeichne vom Sommer weiter oder sortiere Bilder, arbeite an neuen Ideen und säge an begonnenen Schmuckstücken weiter.


Macht nicht die Vergänglichkeit manches erst besonders schön?

Weil ich eben weiß, ich sehe die Gruppe an dem Ort nur in dem einen Seminar, lasse ich mich komplett mit allen Sinnen besonders innig darauf ein.


Und nun ist eine Zeit, in der ich andere Kurse vorbereite, statt ins Kloster zu fahren.

Oder mal an eigenen Arbeiten weiter mache, ohne andere zu unterstützen, mir eigene Stütze sein.


Alles zu seiner Zeit, ich zu meiner.

Und du zu deiner - was machst du so an den langen Abenden?

Ich freu mich, wenn wir uns austauschen, schreib mir doch mal deine Herbstlebensgestaltung.


Übrigens zum Thema Licht, weil es ja nun sehr viel Dunkelheit gibt:


"Wenn alles um dich her dunkel erscheint,

sieh dich nochmal um,

vielleicht bist du das Licht."

Rumi



jede Kerze brennt für ihre Zeit




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