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Zeichnen und Meditieren als Lebensweg

  • 6. Juli
  • 3 Min. Lesezeit

Kann man einen Weg im Leben erkennen, einen Lebensweg?


Eine innere Haltung, ein Lebensmotto, ein spiritueller Weg oder eine Lebensaufgabe – im Zeichnen und im Meditieren?

Ja, bei mir sehe ich das so.


Und was hat Zeichnen mit Meditation zu tun?


Nun, Zeichnen ist ja zunächst mal das darstellende Bildhandwerk, das durch Stifte, die Linien auf dem Untergrund, zumeist Papier, hinterlassen, gekennzeichnet ist. Im Gegensatz zur Malerei, bei der Pinsel, Hände und flüssige Farbmedien oder weitere Medien flächig eingesetzt werden.


Zeichnungen werden auch als Vorstufe für eine andere Endform eingesetzt: als Gedächtnisstütze im Entwurf, als Planung für spätere Bilder, Häuser oder Businesspläne.


Zeichnungen sind nah an handschriftlichen Notizen, skizzenhaftem Schreiben, sie sind visuelles Denken.


Mit Zeichnungen können wir sprachliche Barrieren überbrücken und gemeinsam an einer Idee durch Skizzen arbeiten.


Buchstaben, Worte, Noten, Einkaufszettel und To-do-Listen sind im Grunde auch alles Zeichnungen, weil es Linien oder Punkte mit dem Stift auf Papier oder anderem Träger sind.


Manche Zeichnungen sind zwischen Weiß und Schwarz in allen grauen Abstufungen gehalten, andere in Farbe und dabei auch durch Linien mit Pigmenten aus der Buntstiftmine entstanden. Trockenes, teilweise bröckelndes Utensil der Handwerkskunst: Man malt mit verschiedenen Stiften ein Bild, dessen Oberfläche am Ende noch fixiert werden muss.


Egal, ob Architekt, Ingenieurin, Modemacher, Goldschmiedin oder andere Produkt entwickelnde Berufe – sie alle haben deinen Plan für ein dreidimensionales Endwerk im Kopf und sortieren mit Skizzen ihre Gedanken in zwei Dimensionen.


Ebenso ist es, Strategien für Business Development und Marketing aufzuzeichnen in einer Zeitachse. Selbst, wenn alles im Digitalen entsteht, ist es am Ende ein Bild, das auch auf Papier geordnet und beschriftet werden kann.


Und die Malerinnen oder Bildhauer entwerfen genauso mit Zettel und Stift, was später ganz anders in Farbe auf Leinwand oder als Marmorskulptur zu sehen ist.


Zeichnungen werden oft als Vorstufe genutzt, weggeworfen, verworfen und alte werden aufgehoben. Sie klären, was im Kopf entsteht, indem man auf dem Papier fixiert, woran man gerade plant, durch immer wieder Ansehen das Durchdenken erleichtert oder ungelöste Probleme aufzeigen. 


Höhlenmalerei ist schon der erste Übergang von Linien zu Flächen und von Ideen zur Handlung: Wie wird ein Mammut am besten von einer Gruppe erlegt?


Bleiben wir beim Mammut: groß, gegenüber einzelnen Menschen übermächtig, als elegantes Tier Nahrung und Kleidung zugleich. Nur die kooperierende Gruppe hat hier Erfolg, um das Tier zum eigenen Überleben zu erlegen.


Kreativ zusammen durchdacht, entstehen so Jagdpläne mit den Bildern an Höhlenwänden.


Heute haben wir hochentwickelte Zeichenutensilien, kein Mammut als Überlebensgrundlage, aber die Bilder, die wir selbst und von Hand zeichnen, sind immer noch klärend und wie eine menschliche Grundlage als Sprache und Ausdruck.


Und da kommt dann genau die Meditation ins Spiel.


Denn Meditation schaltet das Gedankenkarussell ab. In der Ruhe entfaltet sich der Kontakt mit sich selbst und Aufgaben und Trubel bleiben außen. So kann Fokussieren auf den Moment entstehen und das genaue Hinsehen vor dem Zeichnen gefördert werden.


Die Fokussierung auf das Jetzige bringt das Gehirn  in eine Ruhe, die beim Zeichnen und das Zeichnen von Bildern entstehen lässt. Auch als Unterbrechung im Prozess des Zeichnens hilft die Meditation, Abstand zum Bild zu gewinnen, um zu sehen, was noch verändert werden kann. Man geht in Resonanz mit dem eigenen Werk, schaltet vom Handeln ab und meditiert. Nach einer solchen Pause sieht man das bisherige eigene Bild wieder wie neu.


Es besteht dann die Möglichkeit, zu erkennen, was noch fehlt oder geändert werden kann - weil man den Abstand hatte.


als Kind im Schlossgarten zeichnend

 
 
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