Ach, ist das aber langweilig!
- 1. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Das höre ich manchmal, wenn ich jemanden vom Meditieren erzähle: Ist das langweilig!
Ja gut so!
Ruhe ist ein wichtiger Faktor im Leben. Vielleicht vor allem im Kindesalter auch mal Langeweile.
Jedenfalls ist Ruhe mal Reduktion alles Reize von außen. Damit die Seele sich melden kann. Leise wie ein Windhauch schlicht sie sich ins Bewusstsein.
In Stille meditieren ist mehr als die Abwesenheit von Lärm. Das ist auch
Stille im Handeln,
Stille im Bewegen,
Stell im Reden
und schließlich Stille im Denken.
Es kann sein, dass nach langer Zeit ohne diese Ruhe dann auf einmal viel Durcheinander im Inneren hochkommt.
Das Unterbewusstsein braucht regelmäßige Reizabschaltung, um wahrgenommen zu werden. Und ist es dann langer Zeit mal ruhig, kommen Erinnerungen und Erlebnisse hoch oder auch Gefühle, die sonst lange durch Ablenkung unterdrückt waren. Das ist gut so, um sich selbst zu klären.
Beim meditativen Zeichnen kann es auch sein, dass beim Betrachten von Naturfundstücken oder bei den Übungen sich mehr als eigentliche Objekt zeigt. Etwas zu zeichnen lenkt zwar die Hände, Augen und den Geist von der Außenwelt auf das Papier - im Wechsel mit der Stillemeditation kannst du genau deshalb, weil die Außenwelt eben außen bleibt, auch in Kontakt mit dir selbst kommen. Du spürst, wie es dir geht - auch wenn du dich sonst oft genau davon ablenkst.
Dein inneres Selbst, das oft mit vielen Erinnerungen und Erlebnissen schweigt, hat dann wieder die Möglichkeit, sich zu melden.
So können eben diese Erinnerungen, die noch Aufmerksamkeit brauchen, wieder erwachen.
Oder ganz banal: Dir fällt auch wieder ein, was du noch machen wolltest - mitten in der Ruhe der Stillemeditation flammt dieser Funke wieder auf.
Dann schau dir diese Gedanken an, spüre die Gefühle und lasse sie beim Ausatmen wieder weiter ziehen.
Ja, ganz schön langweilig, wenn man mal nix zu tun hat - sogar, das Essen wird für einen zubereitet und man braucht nur zur richtigen Zeit an den gedeckten Tisch gehen.
So ist es bei den Seminaren - damit ihr euch mal um nix kümmern braucht, genießen wir in den ausgwählten Häusern immer Vollpension.
Wann hast du das letzte Mal dem Gras im Wind zugesehen?

