Antrieb oder Anklang zur Meditation

Was treibt Dich an? Was sind Deine inneren Antreiber?

Das wird gern gefragt, wenn es um Business Coaching geht. Oder man selbst analysiert, welche weiteren Schritte man im Leben gehen sollte, könnte, möchte.


Ist es ein Antrieb, ein Antreiben, treibe ich mich an, auf dem Meditationsbankerl Platz zu nehmen?

Nein getrieben bin ich zu Anderem. Wenn ich eine Ausstellung plane und Marketing für eine Design Agentur plane und Projektunterstützung für eine Kundin plane und eigene neue Pläne für "ruhende Linie" umsetzen will. Planungen nähre ich aus dem inneren Antrieb, etwas verbessern zu wollen.


Den Status Quo zu verändern, wenn er mir nicht richtig vorkommt, ist schon eine ureigene alte Angewohnheit, die es, glaube ich, schon lange in meiner Familie gibt.

Mein Vater sagte zu mir: "Wenn Dir was nicht passt (damals ging es um Abläufe im Schulalltag), dann jammer nicht rum, sondern geh und ändere es!"

Das war auch sein Antreiber, Dinge zu verändern oder neu zu entwicklen, denn er war, und ist es immer noch, ein neugieriger und verändernder Designer. Produkte immer besser machen, um den Alltag der Menschen zu verbessern.

Also bin ich in diese Familien Tradition auch eingetreten, habe damals in der Schule und in der Kirchenjugend und teilweise politisch etwas ändern wollen, mich antreiben lassen zu handeln.

Bergpfad im Nebel
den Weg im Nebel finden

Aber bei der Meditation ist es anders.

Ich habe auch den Wunsch, etwas anders zu machen und zu verbessern. Menschen etwas zu geben. Sie in die Ruhe einzuladen und die eigene Wahrnehmung zu spüren.

Aber ich fühle mich hier nicht getrieben. Selbst das Tippen der Worte in diesem Abschnitt ist langsamer als oben.

Es ist wie ein Klang, ein Ton, den ich suche und im Tönen höre und finde, der sich in mir ausbreitet. Durch langsames und dosiertes ausblasen der Luft über die Stimmlippen erklingt es in mir nach draußen.

So fühlt es sich für mich an, wenn ich das Bedürfnis habe, zu meditieren. Und genauso, wenn ich weiter das Bedürfnis habe, die aus der Mediation entstehende innere Gelassenheit anderen zeigen zu können. Das geht ja nur, indem diese anderen es selbst erleben, wie es ist zu meditieren. Und das wiederum kann ich nur vorleben. In dem Moment, in der Meditation.


Es gab einen Auslöser vor vielen Jahren, warum ich an einem Mediationsseminar teilgenommen habe. Ich war Teil einer Gruppe, die in dieser Stille und Ruhe so eine Tiefe ausgestrahlt hatte, dass ich ganz abschalten konnte von allem Umtriebigen im Alltag und komplett zur mir gekommen bin. In der Gruppe zu mir. Ich habe mit- und nachgemacht, was sie machten; habe mich eingelassen auf die Abläufe und nicht bewertet. Einfach mit gemacht. Keine Veränderung, keine Bewertung, kein Kontrast zwischen Status quo und einer Vorstellung, wie es anders sein könnte. Mein ansonsten dauernd Ideen produzierendes Gehirn wurde ganz still.

Das tat mir sehr gut.

Ich habe ganz neu wahrgenommen, wie es ist, mich sowohl auf die Gruppe einzulassen, als auch in mir selber anzukommen.


Der Auslöser war ein Ablösen vom Bisherigen. Aber kein Antreiber, keine schnelle Handlung, eher ein langsames vorsichtiges Herantasten und Mitgehen.

Wie an einem Kontemplationstag, wenn zwischen den Meditationseinheiten langsam im Kreis gegangen wird.


Ich war mit meiner beruflichen und privaten Situation überfordert und der Tag zur Kontemplation war der Anfang eines langsamen Wachstumsprozesses.

Von außen betrachtet könnte man meinen, es seien Karriere und Gesundheit zerbröselt. Aber das stimmt innerlich nicht. Ich bin langsam an meine Wurzeln gewandert und habe beruflich eine neue Orientierung gefunden, die in der Umsetzung einfach Zeit gebraucht hat. Familiäre und andere Verpflichtungen sind ein guter Anker und drosseln das Tempo, wenn eine Umstellung nicht von heute auf morgen kommen kann. Indem ich etwas langsam entwickele, reift es intensiver.


Mein Wunsch, wieder unterrichten zu können und im Austausch mit anderen auch selbst zu lernen, war einfach so groß, dass es wie beim Tönen einen inneren Klang in mir gab, der langsam und dosiert mein Leben durchströmte, bis ich die Kurse zum meditativen Zeichnen entwickelt hatte. Nun leben diese Kurse durch jede und jeden Teilnehmer. Jede Gruppe ist anders und jede Jahreszeit an jedem Ort ist verschieden. Und besonders und speziell und umwiederholbar einzigartig.


Und es breitet sich immer mehr Dankbarkeit in mir aus, dass ich meine eigene ruhende Linie gefunden habe. Und Mediation mein Leben gestaltet. Mit anderen, für andere und für mich.


Was ist es also, das mich meditieren lässt?

Ist es etwas außerhalb von mir - so klingt die Frage nach dem "was ist es"?

Ich bin es selbst, das "es" und mein Wesen, meine Seele, mein Geist finden Ruhe.


Ich erinnere mich an einen Kurstag auf der Fraueninsel: Ich hatte meine Brotzeit für mittags vergessen und im Winter haben die wenigen Lokale der Insel zu. Auf dem Schiff fiel mir das auf und ich hatte schon fast Panik, dass ich dann vom Bankerl falle, wenn ich im Unterzucker müde werde. Aber es war völlig anders. Auf der Insel, im Kloster angekommen war die Aufmerksamkeit einfach so anders gepolt und völlig weg von Hunger, dass ich gar keine Lust mehr hatte, etwas zu essen. Das war unwichtig geworden.

Meine Nahrung war also etwas Immaterielles geworden.

Das hat mich dann neugierig gemacht, als es mir abends auffiel, dass ich mehr wissen wollte und mehr meditierte, auch im Alltag und ohne Kurs.


Alles zu seiner Zeit. Und manches braucht eben einfach Wachstum.

So wächst meine "ruhende Linie" und die Kurse. Die Planung für 2023 ist weit gereift, die Klosteraufenthalte stehen alle fest. Und einige Schmankerl wie ein Kombiseminar mit Paul Freh kommen noch dazu. Mal sehen, wann das so weit sein wird.

Ich tue nicht weniger als früher im internationalen Produktmanagement, aber ich TUE anders und Anderes. Ich lasse mich treiben, wenn es um Anregungen und Austausch mit Kreativen geht. Und suche den Einklang mit der Natur, anderen Menschen und mir selber gern im gemeinsamen Tun.

Das ist dann zugleich Antrieb und Anklang zur Meditation.








Nachsatz: Ist das Wort "tun" neutraler als das Wort "handeln" oder "arbeiten"?

Ich habe keine Trennung zwischen Arbeit und Freizeit, weil ich das nicht brauche. Also schreibe ich hier in wertfreier Beschreibung vom "tun".