Geh aus mein Herz und suche Freud....

Ja es ist Juni und diese Lied gehört zum Mai - aber es ging mir beim Wandern letzte Woche plötzlich in den Kopf und nicht mehr raus.

Bei jedem Schritt hatte ich einen weiteren Ton und ein neues Wort im Kopf. Eigentlich ganz schön so. Wandern und singen.


Wandern und zwischendurch mal länger sitzen oder stehen bleiben für eine Skizze ist da teilweise schon schwieriger. Denn wenn man nicht allein unterwegs ist, braucht es schon viel Verständnis und Geduld von den anderen, die evt. Durst haben und zur nächsten Hütte drängen oder einfach gerade nicht rasten, sondern weiter gehen wollen.


Es gibt da eine sehr gute Möglichkeit - das kann man vor allem auch in Gruppen und bei den Kursen üben:

Stehen, innerlich ein Foto machen, wenige wesentliche Striche in Skizzenbuch anlegen, erneut Szenerie anschauen - Buch zu klappen, weiter gehen.

Dann nach der Wanderung oder bei einer längeren Rast, weitere Linien ins Bild zeichnen und tatsächlich auch bei mehreren Skizzen vom Weg einfach irgendwann auch nach dem Urlaub daheim weiter das Blatt füllen.


Das hat dann den besonderen Effekt, dass die Erinnerung gestärkt und erfrischt wird, wenn man sich nach dem Urlaub in die Situation hineindenkt, wo etwas zum Skizzieren gelockt hatte und erste Striche ein grobes Bild festlegten.


Genauso mache ich es auch - manchmal beim Mittagessen, manchmal am Abend oder wie heute, bereits einige Tage später und wieder daheim zeichne ich mir meinen Urlaub zurück!


Geh aus mein Herz und suche Freud, hatte ich gesungen und innerlich alles aufgenommen, was möglich war: Den Klang des plätschernden Baches neben uns, das leise Rauschen der Blätter im Wind, die Gesänge der Vögel und im Sonnenlicht duftende Hollunderblüten, die sogar sanften Geschmack zauberten, knirschend trockene Erde unter den Füßen und das Gefühl von wohliger Anstrengung beim Weg nach oben auf den Berg - in Vorfreude auf die Brotzeit vor der Hütte.


Alles wird wieder wach - ich erinnere mich und zeichne jetzt weiter.