Neujahr und das weiße Blatt

Kennst Du das? Du möchtest etwas schreiben, hast Zeit und Ziel, aber das Blatt vor Dir bleibt weiß. Oder es ist Ruhe im Haus, keiner kann Deine Ruhe stören und es gäbe ein Zeitfenster fürs meditative Zeichnen - aber das Skizzenbuch bleibt leer.


Das ist ähnlich wie Neujahr und gute Vorsätze. Allein schon die Wertung "gute" Vorsätze setzt Druck in ein Vorhaben und wir lassen es schneller sein, als wir es geplant hatten. Auch ein neues Skizzenbuch oder Fragen nach den Ergebnissen von Zeichenkursen lassen Druck entstehen, den Du ganz einfach abprallen lassen kannst an Dir.


Die Zeit an sich, das Atmen, das Sehen und immer neu Erkennen sind das Wesentliche.

Das Ergebnis davon ist eher unsichtbar.

Die entspannten Gesichtszüge nach der Meditation könnten ein Indiz sein. Gleichmut - nicht zu verwechseln mit Gleichgültigkeit - ist ein gestärktes Talent aus den Stillemeditationen.


Wenn es Dir schwer fällt, die Zeit für Dich selbst zu nutzen, dann fang einfach mal mit dem Danken an. Atmen und beim frischen Einatmen an das denken, was Dich glücklich gemacht hat im eben vergangenen Jahr. Das kann den Fokus sehr gut weg von Ablenkungen setzen. Und die Dankbarkeit ist fruchtbare Tugend für die Meditation. Achtsam spüre ich das Sitzkissen unter mir, ich bin gerade und richte die Wirbelsäule wie ein Licht aus, das mich zwischen Boden und Himmel verbindet.


Das weiße Blatt ist wunderschön und könnte alles aufnehmen. Es kann der eine oder andere Strich darauf gezogen werden, Linien fließen darauf - oder Du lässt es eben weiß und setzt Dich ein anderes Mal wieder mit Dir selbst in Verbindung, um zu sehen. Genau hinzusehen. Das Zeichnen ist Meditation und meditativ ist es zu sehen.



Ich wünsche Dir ein gutes neues Jahr - innere Freiheit für Stillezeiten mit Dir selbst und Freude am wertfreien Wahrnehmen.

Wir sehen uns dann in den Kursen oder Übungsabenden - das weiße Blatt des neuen, jungen Jahres liegt noch vor uns. Wie schön!