Was bleibt - Winter in Maria Kirchental

Das Seminar in Maria Kirchental ist zu Ende. Die Teilnehmenden verabschieden sich und gelangen unterschiedlich vom Berg herab. Mit einer Teilnehmerin darf ich mir die Zeit beim Abstieg teilen und unsere Wege trennen sich erst am Parkplatz.

Ein Blick zurück nach oben.

Warme Sonne hat uns umfangen und glitzernd weißer Pulverschnee in der Reflexion das Sehen mitunter fast schwierig gemacht, weil es so hell war.

Es bleiben Gedanken, Gespräche, der Geschmack vom letzten Mittagessen und eine sehr tiefe Dankbarkeit voll Ruhe.

Ich sehe hinauf an den weißen Gipfeln und weiß, dass nun die Nachrichten wieder eintreffen, Verpflichtungen rufen und Ablenkungen vom inneren still sein, Aufruhr in mir erzeugen werden.

Ich fahre los und es gibt einen kleinen Stich im Herzen - ich habe mich in diesen heilsamen Ort verliebt, habe Gastfreundschaft mit strahlenden Augen und offenen Händen der Schwestern erlebt, durfte mit an deren Tisch sitzen, beten und Kraft an meine Gruppe zum Zeichnen weiter geben.


Die Zuversicht, die langsam in jedem Teilnehmenden gewachsen ist, die Neugierde auch mal allein loszustreifen und zu sehen, was mich inspiriert und gezeichnet wird -

das alles war ein Gesamterlebnis, das unbeschreiblich dankbar macht. Mich dankbar macht.

Wenn ich anderen ihre eigenen Hände zum Zeichnen zurück schenken kann, ist das ein Geschenk.


Jedes Kind malt los, wenn es Stifte und Papier oder Kreide und Tafel oder Straße hat. Im Laufe der Zeit verlieren viele diese Freude am Darstellen und sind verunsichert bei jedem Strich.

Aber das, dieses Staunen und Freuen kann wieder gefunden werden!


Durch die Kombination mit der wertfreien Meditation wird der Geist wie grundgereinigt. Alles, was wir sonst an Kritiken zu unseren ersten Zeichenübungen in uns aufsteigen spüren, kommt hoch und die Meditation beruhigt wieder. Entspannt im Einklang mit uns selbst zeichnen wir im Anschluss und entdecken, was wir können. Wir spüren, dass wir im hier und jetzt sind. Das wertfreie Wahrnehmen hilft, mit uns selbst gnädig zu sein.


Lass zu, wenn die Linien krumm oder schief sind - egal - teste aus und sehe, ja schau, du erkennst ja selber, was alles schön und klar in Deiner Zeichnung ist.

Probiere mit links mit rechts egal welche Hand im Wechsel und gebe Dir Ruhe und Zeit.

Das ist so wunderbar, wenn Knoten der Selbstkritik sich lösen, wenn Erstaunen über: "Was ich alles zeichnen kann!" am Abend ertönt und wenn das Meditieren nach einigen Tagen leicht geht und kein Rücken schmerzt oder Gedanken weg bleiben. Leere.


Dann nach so innigen gemeinsamen Tagen schwirren alle aus und gehen ihrer Wege und was bleibt?


Die Zeichnungen, die jeder mitgenommen hat oder Erinnerungen an schöne Gespräche.

Ja auch Fotos, aber die sind lange nicht so intensiv wie die Bilder, die durch den Wechsel, entstehen: Hinsehen, zeichnen, hinsehen und dann gleichzeitig Stift führen und wieder aufblicken.

Ich gehe in Resonanz mit der Umgebung oder mit einem Baum, mit Kleinigkeiten bei Fundstücken und in der Wahrnehmung von Perspektive in den Räumen im Haus der Besinnung, wenn ich alles ruhig lange ansehe, dann zeichne.


Wie wunderbar, dass wir dort im ganzen Haus sitzen und zeichnen durften. Die Fokussierung der Gruppe war insgesamt wie eine Stille Schwingung zu spüren.

Und nun, da alles so tief in der Stille angekommen waren, wären eigentlich noch ein, zwei Tage mehr gut gewesen.

Wir sind unterwegs oder schon daheim.

Die schöne Erinnerung verbindet uns noch.

Und ich wünsche jeder und jedem aus der Zeit in Maria Kirchental innige Kraft und Inspiration für den Alltag.

Dankbar.


Wir sehen uns wieder -vielleicht schon im August beim neuen Seminar.